Realkredit

Der Realkredit, auch Sachkredit genannt, ist ein Kredit, der im zum Unterschied zu anderen Kreditformen durch Vermögens- oder Sachwerte gesichert wird. Es gibt zwei Möglichkeiten, durch die diese Kreditsicherung erfolgen kann: durch unbewegliche Gegenstände wie Grundstücke oder Häuser (Hypothek oder Grundschuld), und durch bewegliche Gegenstände (Lombarkredit oder Sicherungsübereignung). Daher wird diese Kreditform auch als Immobiliar-, Grund-, Objekt oder Hypothekarkredit bezeichnet. Meist werden Realkredite mit Grundschuld oder Hypothek gesichert und für die Finanzierung von Bauvorhaben verwendet, da für Baudarlehen der Zins viel günstiger ist als bei anderen Kreditarten. Im Gegensatz zur Hypothek, wird der Grundschuld ins Grundbuch eingetragen. Nach der vollständigen Rückzahlung erlöscht der Grundschuld nicht, sondern kann wann immer wieder zur Sicherstellung eines Kredits verwendet werden. Die Hypothek hingegen ist mit dem Kredit rechtlich zusammengekoppelt, nach der vollständigen Tilgung wird sie zur Eigentümer-Grundschuld. Falls man danach einen weiteren Kredit damit aufnehmen will, muss die Eintragung ins Grundbuch stattgefunden haben.


Die Eintragung ins Grundbuch bei Grundschuld und Hypothek geschieht, weil die pesönliche Kreditwürdigkeit des Kunden für den Kreditgeber weniger eine Rolle spielt, als die wesentlich wichtigere wirtschaftliche Kreditwürdigkeit.


Die Laufzeit des Realkredits beträgt meist mehrere Jahre, er kann sogar bis zu 30 Jahren abgeschlossen werden, da die Kreditsummen sehr hoch sind. Der Kunde entscheidet selbst, ob er einen festen oder variablen Zinssatz haben möchte. Ein Kredit mit festem Zinssatz kann maximal über 10 Jahre abgeschlossen werden, jedoch besteht die Sicherkeit, dass die Raten gleich bleiben und die Zinsen nicht im Laufe der Zeit vom Kapitalmarkt beeinflusst werden. Der variable Zinssatz kann über mehrere Jahrzehnte abgeschlossen werden, jedoch besteht für den Kunden sehr leicht die Möglichkeit, die Kalkulationsbasis zu verlieren, da die Zinsen fallen aber auch steigen können und somit die monatliche Belastung vergrössern.


Wie jede Kreditform hat der Realkredit seine Vor- und Nachteile. Da er über Vermögens- oder Sachwerte gesichert wird, ist eine langfristige Finanzierung möglich. Die günstigen Zinsen bei Baudarlehen, sowie die Möglichkeit, Höhe von Raten und Zinsen über viele Jahre festzusetzen, sind überzeugend. Auch hat der Kreditgeber kaum eine Möglichkeit, eine Vertragskündigung einzureichen.


Die Tatsache, dass man bei kurzfristigen oder variabel verzinsten Darlehen die Gesamtkosten nicht genau im Voraus berechnen kann, wirkt sich hingegen eher negativ aus. Auch werden bei der Bewertung von gewerblich genutzten Immobilien meist hohe Abstriche bei der Ermittlung der Beleihungsgrenze gemacht. Die vollständige, vorzeitige Rückzahlung ist mit zusätzlichen Kosten verbunden, der sogenannten Vorfälligkeitsentschädigung.


Man sollte sich, auch im Falle des Realkredits, gründlich über Vor- und Nachteile jedes Anbieters informieren, dazu gibt es Zahlreiche online-Vergleiche für jede Kreditform.


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